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Montag, 21. Mai 2012

Kristin Cashore - Die Beschenkte


Autor/in: Kristin Cashore
Verlag: Carlsen
Ausgabe: Softcover
Preis: 9,95 €

Klappentext & Verlagstext:
Als er ihr wieder das Gesicht zuwandte, hatte sie das Gefühl, seine Augen seien nackt, sie könnte direkt durch sie hindurch ins Licht seiner Seele sehen.
Als Katsa dem geheimnisvollen Prinzen von Lienid begegnet, weiß sie sofort, dass auch er beschenkt ist  sie ist sich nur nicht sicher, mit welcher Gabe. Katsa dagegen ist in allen sieben Königreichen bekannt und gefürchtet:
Sie hat die Gabe des Tötens.
Doch sie ist es leid, ständig als Racheengel eingesetzt zu werden - und als sie dem geheimnisvollen Prinzen von Lienid begegnet, schöpft sie Hoffnung, mit ihrer Gabe auch Gutes bewirken zu können. Der Prinz fasziniert Lady Katsa. Außerdem scheint er genau wie sie ein Beschenkter zu sein. Schon bald verbünden sich die beiden, um gemeinsam in dem Kampf zu ziehen und nicht nur das...(Quelle: www.carlsen.de)

Eigene Meinung:
Die Beschenkte. WenigeTage nachdem ich dieses Buch beendet habe bin ich immer noch ganz gefesselt von der Geschichte, dem Erzählstil, der Idee dieses Werks. Dabei fing es mit uns beiden gar nicht so gut an. Der Kauf des Buchs war ein absoluter Zufall Glückstreffer (:D) und eine spontane Sache beim Herumstöbern auf - genau - amazon ;) Was genau mich an dem Buch gereizt hat - ob es der Klappentext, das Cover oder der Titel war, weiß ich gar nicht mehr. 
Die Idee in Die Beschenkte besteht darin, dass immer wieder Menschen mit besonderen Gaben, wie beispielsweise der Gabe des Schwertkampfes, des Bogenschießens, der Nachtsicht, des Gedankenlesens uvm., geboren werden. Diese sogenannten Beschenkten sind durch eine intensive Augenfarbe (bzw. zwei Augenfarben) leicht zu erkennen. Einige Könige der insgesamt sieben Reiche testen die Gaben dieser Begabten und nehmen sie natürlich zu ihren Gunsten in ihre Dienste auf.
Die Protagonistin der Geschichte, Katsa, besitzt die Gabe des Tötens - und wird in Folge dessen von ihrem Onkel, dem König Randa, regelmäßig als Mittel zum Zweck und somit zur Einschüchterung seiner Untertanen und Feinde eingesetzt. Sie selbst wirkt zu Beginn über dieses Talent und ihre hierdurch tragische Vergangenheit gefühlskalt und auf sich allein gestellt, doch mit der Zeit fängt sie an, ihre Haltung und die Aufträge Randa's in Frage zu stellen..

Nach den ersten Seiten war ich von dem Buch nicht sonderlich überzeugt, da man sehr zügig mit Katsas Kampfkünsten konfrontiert wird, es hier aber an Details des eigentlichen Kampfes fehlt und das Ganze somit einfach absolut unwirklich wirkt. Hinzu kam die anfängliche Verwirrung bezüglich der fremdwirkenden Namen von Königreichen, den den jeweiligen Herschern und deren Familien. Generell bin ich Fan von einer gut durchdachten Welt und detailreichen Hintergrundinformationen, aber hier wäre zusätzlich zur Weltenkarte ein kleines Namensverzeichnis hilfreich gewesen - anfangs dachte ich, ich müsste mir gleich nen Flipchart aufstellen, um die ganzen Bezüge überhaupt verstehen zu können :D
Später verbesserten sich die Berichte über Kampfszenen, sodass es mir dann auch leichter fiel, mir die einzelnen Situation bildlich vorzustellen. Positiv überrascht war ich dann über den Verlauf der Geschichte, denn der entspricht nur in wirklich geringen Teilen dem, was sich aus Klappen- und Verlagstext erahnen lässt. Auch hier sorgte die Liebe zum Detail der wichtigen Charaktere für echten Lesespaß - Ein Prinz, der gerne experimentiert, und auf der Suche nach einem Kopfschmerzmittel eine Arznei entwickelt, die die Haare blau färbt, und auch sonst nicht auf den Mund gefallen ist, ist schon ein kleines Highlight, welches eine Geschichte liebenswert machen kann. Die Idee der unterschiedlichen Gaben sorgte wiederum dafür, dass ich sehr viel grübelte, was da wohl so alles möglich wäre und ob die einzelnen Beschenkten, auf die man im Laufe des Werks trifft, denn auch wirklich die ihnen nachgesagte Gabe oder nicht eventuell eine ganz andere besitzen (?!) - was neben der unerwarteten eigentlichen Geschichte einer der Faktoren war, warum ich dieses Buch irgendwann gar nicht mehr aus den Händen legen konnte und einfach weiter lesen musste :)

Puh - diese Rezension bereitet mir echte Kopfschmerzen, sodass ich hier echt schon mehrere Tage dran sitze. Ich finde es schwierig, hier etwas zu erzählen, ohne direkt zu spoilern - was ich natürlich nicht möchte. So bleibt mir einfach nur zu sagen: Liebe Leute - die Geschichte ist auf jeden Fall einige Abendstunden wert, denn sie lässt einen mitfiebern, mitdenken, mitfühlen und auch, und das besonders, mit-fürchten. Denn - wie bereits gesagt - es kommt alles, einfach alles, anders als man denkt - und das Ende... ohja, das Ende. Das ist auch so eine Besonderheit dieses Werks, denn als die eigentliche Geschichte zu Ende ist, ist sie es doch noch lange nicht. Was das heißen soll? Tja... eine Geschichte in der Geschichte vielleicht? Vielleicht aber auch kein "Und nachdem das Böse gestürzt ward', lebten sie noch lange und glücklich, bis ans Ende ihrer Tage.." ? 

Die Augen sind die Spiegel der Seele - Cashore schafft es einfach, diese Worte in ein Werk zu stecken.


Wertung:
4,5 / 5: Ein spannendes und gut durchdachtes Werk, Fesselfaktor, Mitfiebern und -denken garantiert :) Mehr davon!

3 Kommentare:

  1. Oh ja - das Ende :D Nein wirklich, ich liebe dieses Buch ... Und deine Rezi ist soooo TOLL geworden!!! Echt jetzt!!! Du bist echt vielen Bloggern damit WEIT voraus und ich kann nur sagen - du hast echt mehr verdient als uns beide Leser!

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  2. Oh :) vielen lieben Dank, mit so einer Nachricht kann der Tag ja nur gut werden! :D
    Dankeschön und freut mich sehr, dass dir die Rezi so gefallen hat. Das war bei dem Buch nicht leicht, man beginnt schon sehr zu schmachten ;)

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  3. Hallo :)
    Super Rezi......finde ich auch ^^
    Und weil ich außerdem auch der Meinung bin, dass du noch viiiele Leser mehr verdient hast, hab ich mich gleich mal zu deinem "Verfolger" gemacht :)

    Liebste Grüße
    Pauline

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