a room without books is like a body without a soul.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Ursula Poznanski - Fünf



Autor/in: Ursula Poznanski
Verlag: Wunderlich
Ausgabe: Softcover
Preis: 14,95 €

Klappentext:
Thanks for the Hunt...
Du bist fündig geworden.

Katsa Rätselaufgaben, deren Lösung Koordinaten sind.
In Plastikbehälter verpackte Leichenteile.
Zeugen, die nach der Befragung sterben.
Es ist eine blutige Version des Geocaching,
eine grausige Jagd, auf die sich die Salzburger
Ermittlerin Beatrice Kaspary einlassen muss.

Der Fall scheint unlösbar.
Und plötzlich wird sie selbst zur Beute...

Eigene Meinung:
Normalerweise lese ich sehr selten Thriller, aber da sich dieser hier mit der Freizeitbeschäftigung Geocaching beschäftigt, welches ich manchmal selbst ausübe, habe ich mir einfach mal gedacht: Ran ans Werk! (außerdem mochte ich das Cover!)
Eins mal vorweg - der Einblick, der in diese Art der modernen Schnitzeljagd gegeben wird, ist eigentlich ganz gut und ich denke auch nachvollziehbar. Über die erdachten Rätsel, die das Ermittlerduo - Beatrice hat einen äußerst sympathisch wirkenden Partner namens Florin - immer wieder vorgesetzt bekommt, um den Mörder fassen zu können, sind alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut und somit nach einer gewissen Zeit etwas langweilig, gleichzeitig muss ich aber wiederum zugeben, dass es sonst schwierig werden könnte, da eine sinnige Geschichte hinein zu bringen. Wo ich jetzt gerade noch einmal über die ganze Geschichte nachdenke, stellt sich mir die Frage, ob Poznanski es unbewusst geschafft hat, Geocacher als ein ganz schön spinnendes Volk darzustellen, aber das kann ich nicht unvoreingenommen beantworten ^^

Kommen wir zum eigentlich wirklich wichtigen Teil: die Story. Wie bereits dem Klappentext zu entnehmen, handelt es sich bei der Protagonistin um die frisch geschiedene Ermittlerin Beatrice Kaspary, Mutter zweier kleiner Kinder, und gestresst durch ihren Ex-Mann, der sie nahezu täglich - besonders gerne nachts - über Telefon oder Handy terrorisiert und sie als Rabenmutter bezeichnet. Hinzu kommt der allgegenwärtig schlecht gelaunte Chef, welcher ein Problem mit Frauen zu haben scheint und Beatrice im Laufe der Geschichte zusehends zusetzt. Das männliche Gegenstück dazu wird von Beatrice' Kollegen Florin verkörpert, welcher einfühlsam mit ihr umgeht und ihr hilft, wo er nur kann. Gleichzeitig erfährt der Leser immer wieder Buchstücke über ein traumatisches Erlebnis, welches Beatrice in jungen Jahren widerfahren ist und auf welches der Mörder nach und nach immer mehr Bezug nimmt..

Nun, der eigentliche Fall beginnt mit der Leiche einer Frau, welche frühmorgens auf einer Kuhwiese gefunden wird - und in deren Fußsohle noch zu Lebzeiten Koordinaten tätowiert wurden.. (sehr lustig beschrieben übrigens, man startet ein wenig in der Denkweise der armen, verstörten Kühe...) Wer hier denkt, das ganze wäre schon irgendwie makaber, hat sich geirrt. Im weiteren Verlauf der Geschichte nimmt die Brutalität des Täters immer größere Dimensionen an, sodass mir zum Schluss als erstes die Aussage "ganz schön blutig" über die Lippen gekommen ist - was mir auch von einer sonst häufiger Thriller- und Krimis-lesenden Bekannten bestätigt wurde.

Eine generelle Empfehlung auszusprechen fällt mir jetzt allerdings schwer. Ich denke schon, dass es sich hierbei um ein wirklich gutes Werk handelt, es fesselt den Leser definitiv und sorgt für echtes Kopfzerbrechen. Gleichzeitig werden aber auch wieder Klischees verwendet, von denen ich nicht so der Freund bin (alleinerziehende, gestresste Mutter; sexistischer, stehts schlecht gelaunter Chef; terrorisierender Exmann; superverständnisvoller "Traum-von-einem-Mann" - Arbeitskollege..) - aber vielleicht braucht dieses Genre eben gerade solche Bezüge. Darüber erlaube ich mir kein Urteil, da ich dazu in dieser Richtung zu wenig belesen bin.
Wen das jedenfalls nicht stört, wer keine Angst davor hat, sich mal so richtig über die makabren Abgründe menschlichen Irrsinns zu ekeln und wer gleichzeitig offen für neues - Geocaching! - ist, für den wird dieses Werk durchaus einigen Lesespaß bereiten.

Wertung:
3,5 / 5: Ein spannender Thriller, welcher schwer aus der Hand zu legen ist, den ich aber in meinem Bücherregal nicht vermissen werde.

1 Kommentar:

  1. Eine sehr schöne Rezi :)
    Ich habe Erebos von ihr gelesen und liebe es. Saeculum habe ich hier noch ungelesen liegen, aber ich glaube "Fünf" ist nichts für mich :)

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