a room without books is like a body without a soul.

Sonntag, 20. Oktober 2013

Rainer M. Schröder - Liberty 9 Sicherheitszone




Inhalt:
 
Die Zukunft hat schon begonnen
Kendira beherrscht die Regeln. Liberty 9, das riesige Valley samt der beeindruckenden Lichtburg, in der 200 junge Auserwählte leben, ist ihr Zuhause. In völliger Abgeschiedenheit und umgeben von undurchdringlichen Schutzanlagen, leben die so genannten Electoren nach einem vorgegebenen Tagesrhythmus: Morgenappell, Unterricht, hochkonzentrierte computeranimierte Trainings. Kendira glaubt zu wissen, warum. Sie trainiert für einen höheren Zweck – doch nicht alle in Liberty 9 sind so privilegiert wie sie. Der junge Dante ist kaum mehr als ein Sklave. Kendira darf er sich eigentlich gar nicht nähern, doch eine unwiderstehliche Anziehungskraft bringt die beiden zusammen. Dantes Zweifel am grausamen System machen auch Kendira misstrauisch – und bringen beide in größte Gefahr. Denn Liberty 9 ist sicher – todsicher.


Eigene Meinung:
Liberty 9 - Sicherheitszone,
der Klappentext verspricht den spannenden Auftakt einer weiteren Reihe im Reich der Fantasy/Science Fiction.
Wochenlang stand das Buch mit dem auch wirklich ansprechenden Cover in meinem Bücherregal und die Vorfreude war groß, als ich endlich die Zeit dazu fand, es zu lesen.

Umso größer dann die Enttäuschung.
Warum?
Nun, wie gesagt, die Idee des Werks ist wirklich gut, aber der Stil des Autors lässt zu wünschen übrig. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob das Buch jetzt eigentlich in der Zukunft oder der Vergangenheit spielen soll, so gestochen schlecht waren teilweise die Konversationen zwischen den jugendlichen Protagonisten. Zwar ist das Leben in Liberty 9 ein strenges und die zum höheren Dienst auserwählten Charaktere oberflächlich, irgendwie rückgratlos und einfach naiv, aber selbst in so einer Umgebung würden sich Personen diesen Alters niemals in solch einem Jargon unterhalten.

Was mich aber ebenfalls geärgert hat und deswegen schon im Titel dieser Rezension angesprochen werden musste, war die Rechtschreibung. Fehlende Buchstaben - in einer Erstausgabe ok - aber fehlende Wörter? Und das im gesamten Buch bestimmt 10, 15 Mal?

Seite 477 brachte an dieser Stelle das Fass echt zum Überlaufen: "[..] und während er seinen Gesten die Becher füllte[..]".

Unglaublich. Und für so etwas zahlt man 19 Euro.
Würde ich noch zu der angedachten Altersgruppe gehören und hätte hierfür mühsam angespartes Taschengeld ausgegeben, wäre das Buch vor Wut durchs Zimmer geflogen.

So wurde es einfach nur möglichst schnell im weiterverkauft, damit ich mich nicht immer ärgern muss, wenn es mich aus meinem Regal anlächeln würde.

Den zweiten Teil "Liberty 9 - Todeszone" werde ich ganz bestimmt auch noch lesen, da - ich betone es noch einmal - die Idee der Geschichte wirklich interessant ist und lediglich der Sprachstil sowie der Druck es vermasselt haben. Aber kaufen werde ich es hierfür ganz bestimmt nicht. 


Wertung
2 / 5: Schöne Idee, tragische Umsetzung. Stil und Druck konnten mich nicht überzeugen und nahmen mir wirklich die Lust am Lesen.

Sonntag, 29. Juli 2012

Juliet Marillier - Die Tochter der Wälder


Ich habe meine alte Rezension (Oktober 2010) zu einem meiner absoluten Lieblingsbücher gefunden und dachte mir, ich stell sie auch einfach mal hier - leicht überarbeitet - rein :)


Autor/in: Juliet Marillier
Verlag: Knaur
Ausgabe: Softcover Edition
Preis: 10,99 €


Inhalt:
Im 9. Jahrhundert nach Christus müssen die keltischen Fürsten ihr Land gegen den Ansturm der Briten verteidigen. Fern der Schlachtfelder wächst Sorcha als jüngste Tochter des Herrn von Sevenwaters auf. Das behütete Leben findet ein jähes Ende, als ein Fluch ihre sechs Brüder trifft. Sorcha ist die Einzige, die sie retten kann, doch dafür muss sie mehr aufgeben, als sie sich jemals hätte vorstellen können..
Der erste Roman der magischen Sevenwaters-Saga

Eigene Meinung:
Vor Kurzem traf ich beim Surfen im Internet auf diesen Roman und las mir den Kurztext dazu durch. Dabei erinnerte ich mich dunkel an einen Film, den ich früher mal mit meiner Schwester gesehen hatte, in dem genau dieses Märchen umgesetzt wurde und den meine Schwester und ich wirklich geliebt haben.
Also kaufte ich mir das Buch und, wie erwartet, konnte ich es kaum aus den Händen legen! Es war das erste Mal, dass ich ein Buch aus der Perspektive des Ich-Erzählers mochte, denn der Erzählstil ist einfach nur wunderbar und fesselnd. Keine Situation erschien mir überflüssig, keine Erklärung oder Beschreibung eines Ortes oder einer Person zu detailliert oder gar zu flach.
Ich verschlang dieses Werk innerhalb von 3 Tagen und war ernsthaft traurig, als ich die letzte Seite erreicht hatte. Zum Einen, da es mich so gefesselt hatte und nun zu Ende war, aber eben auch genau wegen des genommenen Endes. Ich denke nicht, dass ich die einzige Person bin, die auf Grund der ersten 100 Seiten einem anderen Ausgang der Geschichte entgegen gefiebert bzw. sich für eine Person ein anderes Ende erhofft hat. Aber das ist nun mal eben mein persönliches Empfinden und Frau Marillier wird ihre Gründe gehabt haben, warum sie das Ende so gewählt hat (wobei ich auf Grund ein paar Recherchen im Internet vermuten muss, dass sie sich hier auch nur an dem Ende des Märchens orientiert hat).
Trotzdem wird es in meinem Regal für meine Lieblingsbücher einen Platz weit vorne kassieren - und bereits gestern musste ich einfach ein paar schöne Stellen noch einmal nachlesen, dabei hatte ich es erst vor 3 Tagen beendet :)
Obwohl der Ausgang des Geschichte also nicht zu 100% so aussah, wie ich es wirklich gehofft habe, kann ich dieses Buch gar nicht anders als klar weiterempfehlen, denn es ist einfach eine wunderschöne Geschichte, die zum Träumen einläd.

Wertung:
5 / 5: Eine wundervolle Geschichte, welches an das Märchen "Die sechs Schwände" angelehnt wurde und mit jedem geschriebenem Wort überzeugt!

Jonas Wolf - Heldenwinter



Autor/in: Jonas Wolf
Verlag: Piper
Ausgabe: Softcover Edition
Preis: 12,99 €

Klappentext:
Jede Legende hat ihre Helden. Jeder Schüler hat seinen Meister. Und jeder Meister hat ein dunkles Geheimnis...
Seit Jahrhunderten leben die Halblinge geborgen auf den von Gebirgszügen umringten Immergrünen Almen. So auch der junge Schmiedegeselle Namakan, der als Findelkind aufgewachsen ist. Als wie aus dem Nichts eine Kriegerhorde erscheint, unter den Halblingen wütet und die Almen verwüstet, nimmt Namakan das Schicksal gemeinsam mit seinem Meister in die Hand. Aber der Meister verbirgt eine gefährliche Wahrheit vor Namakan. Und ihre Feinde, der grausame König Arvid und der Krieger in Weiß, sind übermächtig. Zum Wohl aller Völker zieht Namakan dennoch in das größte Abenteuer, das je ein Halbling erlebt hat.

Eigene Meinung:
"Für alle Fans von Tolkiens 'Der kleine Hobbit'" ?! Nein, also ehrlich - finde ich überhaupt nicht. Meine Euphorie über dieses Werk ist nahezu bei jeder gelesenen Seite gesunken. Um ehrlich zu sein, kann ich die ganzen positiven Meinungen über diesen Roman überhaupt nicht nachvollziehen. Aber fangen wir ganz vorne an: Meine Motivation entstand neben der ganzen gelesenen, positiven Rezensionen und dem eigentlich vielversprechend klingenden Klappentext durch das irgendwie eindrucksvolle Cover - der in kalten Farben gehaltene Hintergrund, von welchem sich dann der vermutete Protagonist durch einen roten Mantel abhebt (hat etwas vom Filmklassiker Schindlers Liste..) zieht irgendwie an, und obwohl dort ein Schneesturm und ein vielköpfiges Kriegsheer wabert, lassen sich beim genauen Hingucken viele Details erkennen.
Die Idee des Werks ist an und für sich keine schlechte, aber dennoch ist mir einfach zu wenig aktuell passiert. Der eigentliche KERN des Ganzen wird erst auf Seite 485 enthüllt - das Buch hat immerhin 508.. Ganze Textpassagen, die zwar irgendwo Spannung beherbergen und den Leser zu fesseln versprechen, sind nur Erzählungen des Meisters von Namakan - und somit liegen der Ausgang dieser Scharmützel oder Geschichten einfach auf der Hand, da zum Teil auch schon vorher über andere beteiligte Personen und deren momentanen Aufenthaltsort / Gesundheitszustand berichtet wird. Klar passieren den Gefährten ein paar brenzlige Situationen, aber hier vermag der Stil trotzdem nicht zu packen. So war ich nach einiger Zeit von Namakans Meister mehr als genervt, da sämtliche Versuche des Autors, Witz in die Geschichte zu bringen, darin bestanden, dass der Meister über Namakans Gemächt herzog oder derbe - entschuldigt den Begriff - Scheißhaussprüche oder sexistische Anmerkungen bezüglich Weibsbilder / Sexerlebnisse los ließ. Haha. Anfangs konnte man ja noch darüber schmunzeln, aber insgesamt habe ich dem ganzen einfach nichts abgewinnen können, da lustig-gemeinte Szenen stets das gleiche Niveau sowie Inhalt bargen, spannende Augenblicke viel zu schnell vorüber waren und sonst einfach nicht ernsthaft was passiert ist.
Wenn ich meine Versuche schätzen müsste, die ich gebraucht habe, um diesen Roman zu Ende zu lesen, würde ich auf drei oder vier tippen - jedenfalls habe ich immer wieder abgebrochen und mir erstmal was anderes vorgeknöpft.
Von mir also nur eine Leseempfehlung für Leute, die auf diese Art von Humor stehen und es schaffen, sich mit blühender Fantasy kaum beschriebene Actionszenen detailfüllend auszumalen vermögen.

Wertung:
1,5 / 5: Eine wirklich gute Idee, schlecht verpackt und nicht fesselnd erzählt. Ich überlege, den Roman bei rebuy reinzustellen, da ich ihn definitiv nicht noch einmal lesen werde.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Ein Award - was geht denn jetzt ab :]

Tadaaaa und juhu -

ich habe heute meinen ersten Award bekommen! Wisst ihr? Einen A-w-a-r-d! So ein komisches Ding, welches man bei richtig erfolgreichen Bloggern ganz viel vorfindet und sich erstmal denkt 'Mensch! Toll! Aber so etwas werde ich doch niemals kriegen.. :( ich lass das Bloggen besser direkt mal sein..' - aber hey, nein, so ist das nicht! Denn dieser Award ist auch noch für genau so Leute wie dich und mich maßgeschneidert - ist das nicht irre witzig? Oder makaber?
Wer weiß das schon!

Und hier ist das gute Stück:


"Sinn und Zweck des Awards ist es, Bloggerneulingen mit unter 200 Lesern zu helfen, ihren Blog bekannt zu machen.
Jeder, der einen Award erhalten hat, kann seine Freunde an 3 - 5 Blogger/innen weitergeben, die die Voraussetzungen füllen. Wenn man den Award also erhalten hat, sollte man Folgendes tun:

1. Poste den Award auf deinem Blog.

2. Verlinke deinen Nominator - als kleines Dankeschön.
3. Gib den Award an 3 - 5 Blogger/innen weiter, die weniger als 200 regelmäßige Leser/innen haben und informiere sie hierüber in einem Kommentar oder per Mail."


Tataaaaa!! *tusch*
Jetzt nur noch die restlichen Sachen erfüllen, schon hab ich meine guten Taten für die nächsten paar Tage bezwungen und darf wieder ganz die alte sein ^^

1 - joa doch, könnte man erledigt nennen.
2 - Vielen lieben Dank an dine!!! :) Habe mich echt sehr gefreut. Was für ein Lächeln so ein paar Pixel hervorrufen können ^^
3 - hier darf noch fleißig gezittert werden :p Meine Wahl steht fest - noch ein letztes Mal tusch-tata & tralala für:

Dienstag, 17. Juli 2012

Jenny Downham - Bevor ich sterbe



Autor/in: Jenny Downham
Verlag: Goldmann
Ausgabe: Softcover
Preis: 8,95 €

Klappentext:
Die 16-jährige Tessa hat Leukämie, und die Ärzte machen ihr nur noch wenig Hoffnung. Aber Tessa will leben, wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt. Sie schreibt an ihre Zimmerwand zehn Dinge, die sie tun will, bevor sie stirbt: Sex haben, Drogen nehmen, für einen Tag berühmt sein, etwas Verbotenes tun...
Und dann trifft sie Adam, und er ist der Erste, der sie versteht. Tessa spürt, dass sie etwas mit Adam verbindet, doch sie wehrt sich dagegen. Und dann begreift sie, dass sie zum ersten Mal verliebt ist. Aber darf man lieben, wenn man stirbt?

Eigene Meinung:
Eigentlich mache ich um Bücher mit solchen Krankheitsgeschichten einen großen Bogen. Dann wurde bei einer Bekannten von mir eine bisher unheilbare Krankheit diagnostiziert. Kurz darauf wurde mir dieses Buch empfohlen. Irgendwie hab ich mir dann gedacht, dass ich es doch einfach mal probieren sollte.?!  Und was soll ich nun sagen? Hat es sich gelohnt? Ich denke schon.

Wie der Klappentext schon verrät, bekommen wir es hier mit Tessa, einem 16-jährigen Mädchen, zu tun, welches dem Leser ihre persönliche Geschichte erzählt. Der Sprachstil ist demnach als sehr jugendlich, locker und - bis auf die Textpassagen bezüglich Ärztegesprächen - sehr "leicht" zu beschreiben. 
Zum Zeitpunkt des Einstiegs der Geschichte ist Tessa bereits seit vier Jahren in Behandlung. Nun aber erfährt sie, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Zusammen mit ihrem kleinen Bruder Cal, der das Ausmaß der Erkrankung nicht wirklich begreift, lebt sie bei ihrem Vater, welcher wiederum alles Erdenkliche versucht, um seiner Tochter noch ein mögliches langes, aber schönes Leben zu gewähren, und einfach nicht loslassen kann.

Wer jetzt damit rechnet, es die ganzen nächsten 315 Seiten mit einer todtraurigen Leidensgeschichte eines sich selbst ziemlich bemitleidenden Mädchens zu tun zu kriegen, hat sich geirrt!

Denn Tessa selbst kommt mit ihrer Lage eigentlich recht gut zurecht und entschließt sich dazu, ihrem Leben einen Sinn zu geben. Mit der Unterstützung ihrer besten Freundin Zoey und sehr zum Ärgernis ihres Vaters versucht sie, - ohne Rücksicht auf Verluste - das Beste aus ihrem Leben zu machen und die ihr noch verbleibende Zeit so schön, lebensfroh und erfüllt wie möglich zu verbringen. Also erstellt sie eine Liste mit vielen Punkten - Auszüge daraus wurden auch schon im Klappentext erwähnt -, welche die beiden nacheinander abarbeiten und erweitern. Hier war ich zunächst skeptisch, da viele der Wünsche irgendwie unreif, unüberlegt oder einfach "bockig" klangen, aber sobald man erst einmal in die Geschichte eingetaucht ist und sich mit ernsthaft Tessa auseinander gesetzt hat, sind sie schlicht und ergreifend nur nachvollziehbar.
Häufig erscheint Tessa einem in ihrer Art und im Umgang mit anderen gemein, forsch oder rücksichtslos, aber das ist wohl auf Grund ihrer Hilflosigkeit und Wut über dieses - ihres - perfiden Schicksals verständlich. Wer weiß, wie man selbst über so viel Ungerechtigkeit im Leben reagieren würde??? Trotz allem überwiegt in ihr die Lebensfreude und so meistert sie viele Situationen durch Witz und Ironie, sodass ich beim Lesen doch mehrfach laut auflachen musste.

Alles in Allem muss ich sagen, dass mich dieser Roman überrascht, mich motiviert und mir gezeigt hat, wie lebendig man sein oder eben nicht sein kann.
Natürlich bleibt einem das Grübeln über diese ungerechten Schicksale der Welt nicht aus, doch gleichzeitig fordert es einen dazu auf, über das eigene Leben, dessen Einzigartigkeit und eben unsere, eigene (!) Chance, es zu gestalten, nachzudenken - und eventuell eine eigene Liste mit zu erledigenden, vielleicht nicht ganz so waghalsigen Dingen anzufertigen :)


Wertung:
4,5 / 5: Ein lebensfroher Roman mit einer sehr lebendigen, wortwitzigen Protagonistin, der in Erinnerung bleibt.

Schnäppchen :)

Der Büchergutschein einer Freundin zum Geburtstag hat es möglich gemacht - auch ich besitze nun endlich eines der Werke des "Meisters des Wahnsinns" - Sebastian Fitzek!



Klappentext:
   Er spielt das älteste Spiel der Welt: Verstecken.
      Er spielt es mit deinen Kindern.
    Er gibt dir 45 Stunden, sie zu finden.
  Doch deine Suche wird ewig dauern.


 Oh ja, ich gebe es zu.. meine Erwartungen sind sehr hoch! :)

Samstag, 23. Juni 2012

und der SuB wächst und wächst.. :) Neuzugang




Klappentext:
Die 16-jährige Tessa hat Leukämie, und die Ärzte machen ihr nur noch wenig Hoffnung. Aber Tessa will leben, wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt. Sie schreibt an ihre Zimmerwand zehn Dinge, die sie tun will, bevor sie stirbt: Sex haben, Drogen nehmen, für einen Tag berühmt sein, etwas Verbotenes tun...
Und dann trifft sie Adam, und er ist der Erste, der sie versteht. Tessa spürt, dass sie etwas mit Adam verbindet, doch sie wehrt sich dagegen. Und dann begreift sie, dass sie zum ersten Mal verliebt ist. Aber darf man lieben, wenn man stirbt?

Donnerstag, 14. Juni 2012

Ursula Poznanski - Fünf



Autor/in: Ursula Poznanski
Verlag: Wunderlich
Ausgabe: Softcover
Preis: 14,95 €

Klappentext:
Thanks for the Hunt...
Du bist fündig geworden.

Katsa Rätselaufgaben, deren Lösung Koordinaten sind.
In Plastikbehälter verpackte Leichenteile.
Zeugen, die nach der Befragung sterben.
Es ist eine blutige Version des Geocaching,
eine grausige Jagd, auf die sich die Salzburger
Ermittlerin Beatrice Kaspary einlassen muss.

Der Fall scheint unlösbar.
Und plötzlich wird sie selbst zur Beute...

Eigene Meinung:
Normalerweise lese ich sehr selten Thriller, aber da sich dieser hier mit der Freizeitbeschäftigung Geocaching beschäftigt, welches ich manchmal selbst ausübe, habe ich mir einfach mal gedacht: Ran ans Werk! (außerdem mochte ich das Cover!)
Eins mal vorweg - der Einblick, der in diese Art der modernen Schnitzeljagd gegeben wird, ist eigentlich ganz gut und ich denke auch nachvollziehbar. Über die erdachten Rätsel, die das Ermittlerduo - Beatrice hat einen äußerst sympathisch wirkenden Partner namens Florin - immer wieder vorgesetzt bekommt, um den Mörder fassen zu können, sind alle nach dem gleichen Prinzip aufgebaut und somit nach einer gewissen Zeit etwas langweilig, gleichzeitig muss ich aber wiederum zugeben, dass es sonst schwierig werden könnte, da eine sinnige Geschichte hinein zu bringen. Wo ich jetzt gerade noch einmal über die ganze Geschichte nachdenke, stellt sich mir die Frage, ob Poznanski es unbewusst geschafft hat, Geocacher als ein ganz schön spinnendes Volk darzustellen, aber das kann ich nicht unvoreingenommen beantworten ^^

Kommen wir zum eigentlich wirklich wichtigen Teil: die Story. Wie bereits dem Klappentext zu entnehmen, handelt es sich bei der Protagonistin um die frisch geschiedene Ermittlerin Beatrice Kaspary, Mutter zweier kleiner Kinder, und gestresst durch ihren Ex-Mann, der sie nahezu täglich - besonders gerne nachts - über Telefon oder Handy terrorisiert und sie als Rabenmutter bezeichnet. Hinzu kommt der allgegenwärtig schlecht gelaunte Chef, welcher ein Problem mit Frauen zu haben scheint und Beatrice im Laufe der Geschichte zusehends zusetzt. Das männliche Gegenstück dazu wird von Beatrice' Kollegen Florin verkörpert, welcher einfühlsam mit ihr umgeht und ihr hilft, wo er nur kann. Gleichzeitig erfährt der Leser immer wieder Buchstücke über ein traumatisches Erlebnis, welches Beatrice in jungen Jahren widerfahren ist und auf welches der Mörder nach und nach immer mehr Bezug nimmt..

Nun, der eigentliche Fall beginnt mit der Leiche einer Frau, welche frühmorgens auf einer Kuhwiese gefunden wird - und in deren Fußsohle noch zu Lebzeiten Koordinaten tätowiert wurden.. (sehr lustig beschrieben übrigens, man startet ein wenig in der Denkweise der armen, verstörten Kühe...) Wer hier denkt, das ganze wäre schon irgendwie makaber, hat sich geirrt. Im weiteren Verlauf der Geschichte nimmt die Brutalität des Täters immer größere Dimensionen an, sodass mir zum Schluss als erstes die Aussage "ganz schön blutig" über die Lippen gekommen ist - was mir auch von einer sonst häufiger Thriller- und Krimis-lesenden Bekannten bestätigt wurde.

Eine generelle Empfehlung auszusprechen fällt mir jetzt allerdings schwer. Ich denke schon, dass es sich hierbei um ein wirklich gutes Werk handelt, es fesselt den Leser definitiv und sorgt für echtes Kopfzerbrechen. Gleichzeitig werden aber auch wieder Klischees verwendet, von denen ich nicht so der Freund bin (alleinerziehende, gestresste Mutter; sexistischer, stehts schlecht gelaunter Chef; terrorisierender Exmann; superverständnisvoller "Traum-von-einem-Mann" - Arbeitskollege..) - aber vielleicht braucht dieses Genre eben gerade solche Bezüge. Darüber erlaube ich mir kein Urteil, da ich dazu in dieser Richtung zu wenig belesen bin.
Wen das jedenfalls nicht stört, wer keine Angst davor hat, sich mal so richtig über die makabren Abgründe menschlichen Irrsinns zu ekeln und wer gleichzeitig offen für neues - Geocaching! - ist, für den wird dieses Werk durchaus einigen Lesespaß bereiten.

Wertung:
3,5 / 5: Ein spannender Thriller, welcher schwer aus der Hand zu legen ist, den ich aber in meinem Bücherregal nicht vermissen werde.

Montag, 11. Juni 2012

Herzlich Willkommen, vielen Dank & neues Buch!

Hallo liebe (juhu, nicht mehr nur lieber :D) Leser! :)

Zuerst einmal möchte ich mich für euer Abonnement, die lieben Kommentare und die Unterstützung bedanken. Dass war echt ein tolles Gefühl, als an diesem turbulenten Wochenende auf einmal stetig mein Email-Konto bimmelte und neue Leser ankündigte - juhu :)

Das motiviert einen doch unheimlich und als Dankeschön werde ich euch erstmal kurz das Buch vorstellen, welches ich ca. zeitgleich zu eurem Beitritt aus dem Regal eines Bekannten gefischt und mir direkt mal ausgeliehen habe, anschließend über eure Blogs herfallen - ich bin schon ganz gespannt, auf was für SuB's, SgB's, Lieblings- und Wunschlisten ich da so treffe :))) - und zum krönenden Abschluss hoffentlich eine weitere Rezension online stellen!

Hier also das Werk, welches mich aktuell aus der Realität verschwinden lässt:


Klappentext:
Als der junge Daniel den geheimnisvollen "Friedhof der Vergessenen Bücher" betritt, ahnt er nicht, daß sein Leben eine dramatische Wende nehmen wird. Der Schatten des Windes, das Buch, das er für sich auswählen darf, wird ihn nicht mehr loslassen. Immer mehr taucht Daniel in die faszinierende Handlung des Romans ein, und auch sein eigenes Leben scheint sich den Gesetzen dieser Geschichte zu unterwerfen...

Montag, 21. Mai 2012

Kristin Cashore - Die Beschenkte


Autor/in: Kristin Cashore
Verlag: Carlsen
Ausgabe: Softcover
Preis: 9,95 €

Klappentext & Verlagstext:
Als er ihr wieder das Gesicht zuwandte, hatte sie das Gefühl, seine Augen seien nackt, sie könnte direkt durch sie hindurch ins Licht seiner Seele sehen.
Als Katsa dem geheimnisvollen Prinzen von Lienid begegnet, weiß sie sofort, dass auch er beschenkt ist  sie ist sich nur nicht sicher, mit welcher Gabe. Katsa dagegen ist in allen sieben Königreichen bekannt und gefürchtet:
Sie hat die Gabe des Tötens.
Doch sie ist es leid, ständig als Racheengel eingesetzt zu werden - und als sie dem geheimnisvollen Prinzen von Lienid begegnet, schöpft sie Hoffnung, mit ihrer Gabe auch Gutes bewirken zu können. Der Prinz fasziniert Lady Katsa. Außerdem scheint er genau wie sie ein Beschenkter zu sein. Schon bald verbünden sich die beiden, um gemeinsam in dem Kampf zu ziehen und nicht nur das...(Quelle: www.carlsen.de)

Eigene Meinung:
Die Beschenkte. WenigeTage nachdem ich dieses Buch beendet habe bin ich immer noch ganz gefesselt von der Geschichte, dem Erzählstil, der Idee dieses Werks. Dabei fing es mit uns beiden gar nicht so gut an. Der Kauf des Buchs war ein absoluter Zufall Glückstreffer (:D) und eine spontane Sache beim Herumstöbern auf - genau - amazon ;) Was genau mich an dem Buch gereizt hat - ob es der Klappentext, das Cover oder der Titel war, weiß ich gar nicht mehr. 
Die Idee in Die Beschenkte besteht darin, dass immer wieder Menschen mit besonderen Gaben, wie beispielsweise der Gabe des Schwertkampfes, des Bogenschießens, der Nachtsicht, des Gedankenlesens uvm., geboren werden. Diese sogenannten Beschenkten sind durch eine intensive Augenfarbe (bzw. zwei Augenfarben) leicht zu erkennen. Einige Könige der insgesamt sieben Reiche testen die Gaben dieser Begabten und nehmen sie natürlich zu ihren Gunsten in ihre Dienste auf.
Die Protagonistin der Geschichte, Katsa, besitzt die Gabe des Tötens - und wird in Folge dessen von ihrem Onkel, dem König Randa, regelmäßig als Mittel zum Zweck und somit zur Einschüchterung seiner Untertanen und Feinde eingesetzt. Sie selbst wirkt zu Beginn über dieses Talent und ihre hierdurch tragische Vergangenheit gefühlskalt und auf sich allein gestellt, doch mit der Zeit fängt sie an, ihre Haltung und die Aufträge Randa's in Frage zu stellen..

Nach den ersten Seiten war ich von dem Buch nicht sonderlich überzeugt, da man sehr zügig mit Katsas Kampfkünsten konfrontiert wird, es hier aber an Details des eigentlichen Kampfes fehlt und das Ganze somit einfach absolut unwirklich wirkt. Hinzu kam die anfängliche Verwirrung bezüglich der fremdwirkenden Namen von Königreichen, den den jeweiligen Herschern und deren Familien. Generell bin ich Fan von einer gut durchdachten Welt und detailreichen Hintergrundinformationen, aber hier wäre zusätzlich zur Weltenkarte ein kleines Namensverzeichnis hilfreich gewesen - anfangs dachte ich, ich müsste mir gleich nen Flipchart aufstellen, um die ganzen Bezüge überhaupt verstehen zu können :D
Später verbesserten sich die Berichte über Kampfszenen, sodass es mir dann auch leichter fiel, mir die einzelnen Situation bildlich vorzustellen. Positiv überrascht war ich dann über den Verlauf der Geschichte, denn der entspricht nur in wirklich geringen Teilen dem, was sich aus Klappen- und Verlagstext erahnen lässt. Auch hier sorgte die Liebe zum Detail der wichtigen Charaktere für echten Lesespaß - Ein Prinz, der gerne experimentiert, und auf der Suche nach einem Kopfschmerzmittel eine Arznei entwickelt, die die Haare blau färbt, und auch sonst nicht auf den Mund gefallen ist, ist schon ein kleines Highlight, welches eine Geschichte liebenswert machen kann. Die Idee der unterschiedlichen Gaben sorgte wiederum dafür, dass ich sehr viel grübelte, was da wohl so alles möglich wäre und ob die einzelnen Beschenkten, auf die man im Laufe des Werks trifft, denn auch wirklich die ihnen nachgesagte Gabe oder nicht eventuell eine ganz andere besitzen (?!) - was neben der unerwarteten eigentlichen Geschichte einer der Faktoren war, warum ich dieses Buch irgendwann gar nicht mehr aus den Händen legen konnte und einfach weiter lesen musste :)

Puh - diese Rezension bereitet mir echte Kopfschmerzen, sodass ich hier echt schon mehrere Tage dran sitze. Ich finde es schwierig, hier etwas zu erzählen, ohne direkt zu spoilern - was ich natürlich nicht möchte. So bleibt mir einfach nur zu sagen: Liebe Leute - die Geschichte ist auf jeden Fall einige Abendstunden wert, denn sie lässt einen mitfiebern, mitdenken, mitfühlen und auch, und das besonders, mit-fürchten. Denn - wie bereits gesagt - es kommt alles, einfach alles, anders als man denkt - und das Ende... ohja, das Ende. Das ist auch so eine Besonderheit dieses Werks, denn als die eigentliche Geschichte zu Ende ist, ist sie es doch noch lange nicht. Was das heißen soll? Tja... eine Geschichte in der Geschichte vielleicht? Vielleicht aber auch kein "Und nachdem das Böse gestürzt ward', lebten sie noch lange und glücklich, bis ans Ende ihrer Tage.." ? 

Die Augen sind die Spiegel der Seele - Cashore schafft es einfach, diese Worte in ein Werk zu stecken.


Wertung:
4,5 / 5: Ein spannendes und gut durchdachtes Werk, Fesselfaktor, Mitfiebern und -denken garantiert :) Mehr davon!

Mittwoch, 16. Mai 2012

SuB-Erweiterung :)


Autor/in: Jonas Wolf
Verlag: Piper
Ausgabe: Softcover Edition
Preis: 12,99 €

Klappentext:
Jede Legende hat ihre Helden. Jeder Schüler hat seinen Meister. Und jeder Meister hat ein dunkles Geheimnis...
Seit Jahrhunderten leben die Halblinge geborgen auf den von Gebirgszügen umringten Immergrünen Almen. So auch der junge Schmiedegeselle Namakan, der als Findelkind aufgewachsen ist. Als wie aus dem Nichts eine Kriegerhorde erscheint, unter den Halblingen wütet und die Almen verwüstet, nimmt Namakan das Schicksal gemeinsam mit seinem Meister in die Hand. Aber der Meister verbirgt eine gefährliche Wahrheit vor Namakan. Und ihre Feinde, der grausame König Arvid und der Krieger in Weiß, sind übermächtig. Zum Wohl aller Völker zieht Namakan dennoch in das größte Abenteuer, das je ein Halbling erlebt hat.

Motivation:
Huuuui :) Da ist es. Beim Stöbern auf amazon - wenige Stunden später dann nochmal bei lost pages als seinen aktuellen Neuzugang gesehen - und nach seiner positiven Rezension gekauft! Hoffentlich ist die Geschichte so faszinierend wie die Covergestaltung.

Freitag, 4. Mai 2012

Neuzugang!!!!



Autor/in: Michael Peinkofer
Verlag: Piper
Ausgabe: Hardcover Edition
Preis: 16,99 €

Kurzbeschreibung:
Gildenmeisterinnen bewahren den fragilen Frieden auf den Welteninseln. Dort haben die Menschen die Vorherrschaft über die Animalen und Chimären gewonnen, die als niedere Geschöpfe betrachtet werden. Und die Unterdrückten begehren auf. Es kommt zu tödlichen Angriffen - und die Hinweise mehren sich, dass die Verschwörer sich den endgültigen Sturz der Meisterinnen zum Ziel gesetzt haben. Die Gildenschülerin Kalliope begibt sich mit ihrer undurchsichtigen Meisterin Cedara auf eine Mission, die sie zu den gefährlichsten Geheimnissen der zersplitterten Welt führen wird. Und alle Zeichen deuten darauf hin, dass der Untergang kurz bevorsteht...
(Quelle: www.piper-verlag.de)

Motivation:
Na die ist riesig! Zugegeben - der Text der Kurzbeschreibung ist nicht jedermanns Sache. Ich habe mich auch eher durch den Klappentext des Buches zum Kauf verleiten lassen - der da lautet:

Eine junge Magierin, die zu einer geheimen
Mission aufbricht. Ein Dieb, der einen
mörderischen Auftrag erhält. Ein Sklave,
der nichts mehr zu verlieren hat.
Tausend Weltensplitter.

Und ein Schicksal,
das sie alle verbindet.

Also dann, ich freu ich schon total auf diese Geschichte, besonders auf die Illustrationen, die zu verschiedenen Beschreibungen vorzufinden sind :)http://www.amazon.de/Splitterwelten-Roman-Illustrationen-Michael-Peinkofer/dp/3492702074/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1337157902&sr=8-1

Freitag, 16. März 2012

Ann Aguirre - Die Enklave


Autor/in: Ann Aguirre
Verlag: Blanvalet
Ausgabe: Kindle Edition
Preis: 10,99 €

Kurzbeschreibung:
Aus den Trümmern der Welt erblüht eine unsterbliche Liebe...
New York wurde in einem längst vergessenen Krieg zerstört. Die Oberfläche ist durch Säureregen und glühende Hitze unbewohnbar geworden. In den U-Bahn-Tunneln der Stadt leben die junge Jägerin Zwei und ihr Partner Bleich, die sich Tag für Tag bemühen, genug Nahrung für ihren Stamm zu erlegen. Da wird Zwei an die Oberfläche verbannt. Ein sicheres Todesurteil! Darum kann sie kaum glauben, dass Bleich beschließt, sie zu begleiten. Doch der würde alles tun, um Zwei nicht zu verlieren … (Quelle: www.blanvalet.de)

Eigene Meinung:
Die Enklave. Diesen Roman bekam ich eher durch Zufall, nämlich durch einen ausgeliehenen Kindle, in die Hand und jetzt, als ich die Rezension schreiben möchte und dafür zunächst die Kurzbeschreibung herausgesucht habe, bin ich richtig froh, dass ich diese gar nicht erst gelesen habe.
Kurzbeschreibungen sind meines Erachtens sehr wichtig, schließlich sollen sie den potenziellen Leser locken und ihm einen Eindruck über das Geschehen der Geschichte geben - übertriebene Intro's sowie weit ausgreifende Spoiler finde ich jedoch fehl am Platz. Leider ist hier beides der Fall; dazu aber später.
Die Idee in Die Enklave ist keine neue, sondern eher eine gute Mischung + x aus bereits bestehenden Stories, was ich allerdings nicht als störend empfunden habe, da es zwar Parallelen zu anderen, bekannten Endzeit-Geschichten gibt, jedoch nie ein "Das ist aus dem und dem Film/Buch" - Effekt entstand. Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr und in den Trümmern der Städte und UBahn-Tunnel treiben fleischfressende Mutationen, sogenannte Freaks, ihr Unwesen. Die wenigen Überlebenden verstecken sich in Gemeinschaften, den Enklaven, im Untergrund, denn die Ältesten berichten von ätzenden Säureregen und einer alles Leben vernichtende Hitze an der Oberfläche. Der Alltag schreibt Bewohnern strikte Regeln vor, deren Verstoß in den meisten Fällen mit einer Verbannung aus der Gemeinschaft bestraft wird. So dürfen sich beispielsweise nur ausgewählte Personen fortpflanzen, welche der Arbeitsgruppe Zeuger zugeordnet sind und denen gleichzeitig vorgeschrieben wird, wie viele Nachkommen in welcher Zeit 'eingeplant' werden.
Protagonistin und Erzählerin der Story ist ein ehrgeiziges, junges Mädchen, welches durch die Regeln und Denkweisen ihrer Enklave bestimmt, eine für den Leser zuerst fremde Gefühlskälte und simple Gedankenstruktur an den Tag legt. Gleich zu Beginn wird sie einem schmerzhaften Ritual unterzogen, wodurch sie zum einen in die Arbeitsgruppe der Jäger aufgenommen und gleichzeitig mit einem eigenen Namen versehen wird, denn auf Grund einer sehr hohen Sterblichkeitsrate in jungen Jahren werden sämtliche Bewohner der Gemeinschaft bis zu ihrem Namensgebungritual nur mit ihrer Geburtennummer angesprochen. Da die Auswahl durch Gegenstände des alltäglichen Lebens beeinflusst wird, sind Namen, wie wir sie kennen (Stephan, Lukas, Matthias..) ausgestorben. Stattdessen werden die Menschen mit Begriffen wie Bleich, Seide, Stein oder Stuhl benannt.
Kurz darauf wird eine weitere Schlüsselfigur, ein Junge namens Bleich, ins Feld gefühlt, den Zwei als Jagdpartner zugewiesen bekommt und der in der Gemeinschaft eher als Außenseiter angesehen wird. Denn Bleich ist anders als die Enklavenbewohner - er kommt von Oben.

Der Schreibstil der Geschichte erinnert an Zwei's Denkweise und Art: Simpel, ehrlich und direkt -, wodurch es einfacher wird, sie und ihre anfangs fremde Art zu Denken oder zu Handeln nachzuvollziehen. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen war ich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und verschlang die Geschichte von Bleich und Zwei an nur einem Tag, obwohl ich eigentlich an einem anderen Buch gelesen habe. Zwar ist die Romanidee, wie bereits gesagt, nichts neues, der Blickwinkel und die Ausgangssituation allerdings wiederum schon. Die Idee der Namensgebung durch für uns alltägliche Gegenstände, deren Nutzen den Untergrund-Völkern nicht immer noch bekannt war, fand ich sehr interessant. Zwar war es zu Beginn ungewohnt, bei dem Wort Zwei nicht an eine Zahl, sondern eben an die Protagonistin zu denken, gleichzeitig war man aber auch auf die Namen weiterer Personen gespannt.

Natürlich waren einige Handlungen vorhersehbar, andere dafür wiederum überhaupt nicht, sodass bis zum Ende ein hoher Spannungsbogen bleibt - zumindest für diejenigen, die von der Kurzbeschreibung nicht mehr als den ersten Satz gelesen haben. Das Ende hätte auch weiter abgerundet werden können, lässt so jedoch auf einen zweiten Teil der Geschichte hoffen und ist somit für mich nicht ganz so tragisch gewesen.
Die Kurzbeschreibung trifft also zu, nimmt dem Leser jedoch zu viele Infos vorweg und gerade die einleitende Zeile lässt eine schaurig-kitschige Romanze befürchten, welche jedoch - wie ich spoilern möchte - ausbleibt. Liebe ist in Die Enklave ein wirklich besonderer oder auch gesonderter Begriff und besonders Zwei weiß darunter nicht viel zu verstehen. Von daher finde ich diese Aussage wirklich nicht gelungen.
Alles in Allem allerdings eine wirklich schönes Werk, welches Lesern, die beispielsweise Tribute von Panem mochten, gefallen dürfte und sich in meinem Bücherregal einen Platz gesichert hat, da ich es bestimmt mehrfach lesen werde.

Wertung:
4 / 5: Spannende Geschichte mit interessanten Ansichten und Charakteren, leider viel zu schnell vorbei.